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Umgang mit Gefahrstoffen an allgemeinbildenden Schulen *

 

1. Einleitung

 

Für den Umgang mit gefährlichen Stoffen besteht in der Bundesrepublik Deutschland ein umfangreiches Regelwerk. Große Teile dieser Bestimmungen haben Gültigkeit für den Bereich der allgemeinbildenden Schulen und sind demzufolge bei der Organisation von Sammlungen, sowie bei der Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts zu beachten, soweit Gefahrstoffe zum Einsatz kommen.

 

2. Allgemeine Vorschriften

 

2.1. Chemikaliengesetz

Die gesetzliche Grundlage für den Umgang mit Gefahrstoffen in der Bundesrepublik Deutschland ist das Chemikaliengesetz (ChemG). Es hat zum Ziel, Menschen und Umwelt vor schädlichen Einwirkungen gefährlicher Chemikalien zu schützen.

§ 1 Zweck des Gesetzes

Zweck des Gesetzes ist es, den Menschen und die Umwelt vor schädlichen Einwirkungen gefährlicher Stoffe und Zubereitungen zu schützen, insbesondere sie erkennbar zu machen, sie abzuwenden und ihrem Entstehen vorzubeugen.

Demnach sind gefährliche Stoffe ihrer Gefährlichkeit nach einzustufen, zu verpacken und zu kennzeichnen. Auch können Herstellung, Verarbeitung und Verwendung gefährlicher Stoffe speziellen Vorschriften unterworfen werden.

 

2.2. Gefahrstoffverordnung

Auf der Grundlage des Chemikaliengesetzes hat die Bundesregierung die Verordnung zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Gefahrstoffverordnung, GefStoffV) erlassen, sie regelt den Umgang und die Verwendung mit Gefahrstoffen.

§ 1  Zielsetzung und Anwendungsbereich

(1) Ziel dieser Verordnung ist es, den Menschen und die Umwelt vor stoffbedingten Schädigungen zu schützen durch

1.    Regelungen zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung gefährlicher Stoffe und Zubereitungen,
2.   
Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten und anderer Personen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und
3.   
Beschränkungen für das Herstellen und Verwenden bestimmter gefährlicher Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse.

Der Gesetzgeber hat den Regelungen der Gefahrstoffverordnung durch § 2 Abs. (7) GefStoffV ausdrücklich auch Gültigkeit für den Bereich der allgemeinbildenden Schulen verliehen:

§ 2  Begriffsbestimmungen

(7) Es stehen gleich

1.    den Beschäftigten die in Heimarbeit beschäftigten Personen sowie Schülerinnen und Schüler, Studierende und sonstige, insbesondere an wissenschaftlichen Einrichtungen tätige Personen, die Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ausüben; für Schülerinnen und Schüler und Studierende gelten jedoch nicht die Regelungen dieser Verordnung über die Beteiligung der Personalvertretungen

Zur Gefahrstoffverordnung gibt es ein dazugehöriges umfangreiches Regelwerk, die "Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)". Durch die TRGS werden vor allem die in der Gefahrstoffverordnung genannten Regeln und Erkenntnisse näher beschrieben. Inhalt und Aufbau des Regelwerkes sind beschreibt die:

TRGS 001 - Das Technische Regelwerk zur Gefahrstoffverordnung, Allgemeines, Aufbau, Übersicht, Beachtung der Technischen Regeln für Gefahrstoffe:

Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, einschließlich deren Einstufung und Kennzeichnung, wieder.
Sie werden vom Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) aufgestellt und von ihm der Entwicklung entsprechend angepasst.
Die TRGS werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Bundesarbeitsblatt bekannt gegeben.

1 Das Technische Regelwerk im Rahmen der Gefahrstoffverordnung

(1) Das Technische Regelwerk umfasst die vom Ausschuss für Gefahrstoffe beschlossenen Regeln und Erkenntnisse nach Maßgabe des § 21 Abs. 3 GefStoffV. Das Technische Regelwerk enthält auch Regelungen aus konkreten EG-Vorschriften, auf die in der Verordnung gleitend verwiesen wird und die dadurch in nationales Recht umgesetzt werden.
(2) Das Technische Regelwerk besteht aus den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) sowie den Beschlüssen der TRGS-Reihe 900, die dem jeweiligen Stand der Technik, Arbeitsmedizin, Arbeitshygiene und sonstigen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Sie werden der Entwicklung entsprechend angepasst, vom AGS beschlossen und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales nach § 21 Abs. 4 GefStoffV bekanntgegeben.
(3) Der Arbeitgeber hat die für ihn zutreffenden TRGS bzw. Beschlüsse bei der Festlegung der erforderlichen Schutzmaßnahmen zu beachten (§ 8 Abs. 1 GefStoffV). Er braucht diese nicht zu berücksichtigen, wenn andere, gleichwertige Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die Gleichwertigkeit ist in der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung zu begründen. Der Arbeitgeber kann bei Anwendung einer TRGS oder eines Beschlusses davon ausgehen, dass die Bestimmungen der Verordnung in diesen Punkten eingehalten werden.

2 Aufbau des Technischen Regelwerks Das Technische Regelwerk gliedert sich wie folgt:

 - TRGS 001 - 099 Allgemeines, Aufbau und Beachtung
 - TRGS 100 - 199 Begriffsbestimmungen
 - TRGS 200 - 299 Inverkehrbringen von Stoffen, Zubereitungen und Erzeugnissen
 - TRGS 300 - 399 Arbeitsmedizinische Vorsorge
 - TRGS 400 - 499 Gefährdungsbeurteilung
 - TRGS 500 - 599 Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
 - TRGS 600 - 699 Ersatzstoffe und Ersatzverfahren
 - TRGS 700 - 899 Brand- und Explosionsschutz
 - TRGS 900 - 999 Grenzwerte, Einstufungen, Begründungen und weitere Beschlüsse des AGS

 

2.3. Weitere Regelungen

Neben dem Chemikaliengesetz und der Gefahrstoffverordnung gibt es weitere Gesetze und Verordnungen des Bundes, sowie allgemein anerkannte sicherheitstechnische, arbeitsmedizinische und hygienische Regeln, die Vorschriften zum Umgang mit Gefahrstoffen enthalten. Zu ihnen zählen unter anderem:

 - Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
 - Mutterschutzgesetz (MuSchG) und die Verordnung zur ergänzenden Umsetzung der EG-Mutterschutz-Richtlinie (Mutterschutzrichtlinienverordnung MuSchRiV)
 - Sprengstoffgesetz (SprengG)
 - Chemikalienverbotsverordnung (ChemVerbotsV)
 - DIN-Normen
 - VDE-Bestimmungen
 - Unfallverhütungsvorschriften
 - Richtlinien und Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz der Unfallversicherungsträger

 

3. Vorschriften für die allgemeinbildenden Schulen

 

Da das komplexe Regelwerk für den Umgang mit gefährlichen Stoffen nicht für die Anwendung in der Schule formuliert wurde, besteht die Notwendigkeit, die Vorschriften für ihre Umsetzung an allgemeinbildenden Schulen zu konkretisieren. Diese Umsetzung erfolgte zunächst durch die Technische Regel für Gefahrstoffe "Umgang mit Gefahrstoffen in der Schule" (TRGS 450).
Die TRGS 450 wurde im Juli 1998 aufgehoben, an ihrer Stelle gilt die Regel "Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" der Gesetzlichen Unfallversicherung (BG/GUV - SR 2003).

 

3.1. Regel "Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen"

In der von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung herausgegeben Regeln (BG/GUV - SR 2003) sind die schulrelevanten Teile des umfangreichen Gefahrstoffrechtes, insbesondere die Gefahrstoffverordnung und die dazugehörigen technischen Regeln, für die Anwendung in den Schulen aufgearbeitet worden.

BG/GUV - Regel 2003: "Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen"

VORBEMERKUNG

An Schulen erfolgen viele Tätigkeiten mit Gefahrstoffen im naturwissenschaftlichen und technischen Unterricht, aber auch in anderen Unterrichtsbereichen wie Kunst und Hauswirtschaft im Rahmen von praktischen Tätigkeiten und Experimenten.
Für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen existiert in der Bundesrepublik Deutschland ein umfangreiches Gefahrstoffregelwerk. Neben Arbeitsschutzgesetz, Chemikaliengesetz und Gefahrstoffverordnung sind hierbei die einschlägigen Regelungen in den Unfallverhütungsvorschriften zu nennen. Die sich hieraus ergebenden Anforderungen werden insbesondere auch für Schulen durch die allgemein anerkannten Regeln der Technik, z. B. Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS), DIN-Normen und Richtlinien ( z. B. Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht – GUV-SI 8070) konkretisiert.
Ziel dieser Regel ist es, das bestehende Gefahrstoffregelwerk in der Bundesrepublik Deutschland für die Belange des Unterrichts in allgemeinbildenden Schulen und vergleichbaren Fächern beruflicher Schulen aufzubereiten und zu konkretisieren.

ANWENDUNGSBEREICH

Diese Regel findet Anwendung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen im Unterricht an allgemeinbildenden Schulen sowie für vergleichbare Fächer an beruflichen Schulen.
Für Schulen in Vollzeitform der chemischen, biotechnischen, medizinischen und pharmazeutischen Berufe gelten die Regelungen der Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Umgang mit Gefahrstoffen im Hochschulbereich (GUV-SR 2005).

 

In der BG/GUV-Regel 2004 ist eine Gefahrstoffliste mit den wichtigsten Daten der im Unterricht verwendeten Gefahrstoffen enthalten. Diese Liste wird als eigenes Druckwerk herausgegeben (Stoffliste zur Regel "Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen", BG/GUV - SR 2004)

VORBEMERKUNG

Die Stoffliste zur Regel 2003 “Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen” enthält eine Liste mit den im schulischen Unterricht verwendeten Stoffen.

Diese Liste enthält

 - Angaben zur Einstufung und Kennzeichnung sowie Grenzwerte nach Gefahrstoffverordnung, EU-Richtlinien und Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS),
 - Angaben zur Wassergefährdungsklasse nach dem Katalog wassergefährdender Stoffe,
 - Hinweise zur Aufbewahrung und Entsorgung,
 - Hinweise zur möglichen Verwendung in Schülerexperimenten sowie
 - eine Spalte “Inventarverzeichnis/Mengenbereiche” zur Nutzung als Gefahrstoffverzeichnis.

Die Stoffliste zur Regel 2003 “Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen” wird als eigene Druckfassung Regel 2004 herausgegeben, um Änderungen insbesondere bei der Einstufung und Kennzeichnung sowie bei den Grenzwerten zeitnah einarbeiten und damit den Schulen vermitteln zu können.

Das Regelwerk BG/GUV - SR 2003 und BG/GUV - SR 2004 kann bei den Unfallversicherungsträgern bestellt werden.
Die verständlichen Formulierungen dieser Regeln erleichtern ihre Umsetzung beim Umgang mit Gefahrstoffen in allgemeinbildenden Schulen, ihre Einhaltung ist verbindlich.

 

3.2. Empfehlungen für Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht

Die Empfehlungen für Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht (RiSU) sind ein Beschluss der Kultusministerkonferenz der Länder vom Februar 2013. Die Richtlinien beinhalten neben Regeln zum Umgang mit Gefahrstoffen auch Regeln zum:

 - allgemeinen Experimentieren
 - Umgang mit Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen
 - Umgang mit elektrischer Energie und Lasern
 - Umgang mit radioaktiven Stoffen und Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlen,

und sind somit weitreichender als die Regeln der Unfallkassen (BG/GUV - SR 2003).

VORBEMERKUNG

Zur Entstehung und Zielsetzung der Empfehlungen für Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht wird auf folgendes hingewiesen:

Als Folge der sicherheitstechnischen Entwicklung in den letzten Jahrzehnten haben sich die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte sowie Schülerinnen  und Schüler in den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sehr gewandelt, und die Veränderungen schreiten unaufhaltsam fort.

Immer komplexere Arbeitsabläufe im Unterricht machen es erforderlich, die begleitenden Vorsorgemaßnahmen zur Sicherheitserziehung und Unfallverhütung weiterzuentwickeln.

Mit der folgenden Empfehlung für Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht werden die am 06.04.1973 beschlossenen Empfehlungen für Richtlinien zur Sicherheit im naturwissenschaftlichen Unterricht in der Fassung vom 28.03.2003 fortgeschrieben. Die Neufassung des Richtlinientextes referiert zu diesem Zweck den aktuellen Stand der einschlägigen Rechts- und Verwaltungsvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften und technischen Regeln (wie Technische Regeln Gefahrstoffe, DIN-Normen)

Änderungen staatlichen Rechts müssen ggf. zu Änderungen oder Anpassungen der in dieser Richtlinie getroffenen Regelungen führen. Hierzu sind durch die jeweiligen Länder Verfahrensweisen zu entwickeln, die eine kontinuierliche Aktualisierung gewährleisten.

Schwerpunkte der Neuregelung betreffen u.a.:

 - Arbeitsschutz und Einrichtung von Fachräumen
 -
Gefahrstoffe und deren Entsorgung
 - Gasanlagen und Druckgasflaschen
 - Mikrobiologische und gentechnische Arbeiten
 - Umgang mit Lebewesen
 - Radioaktive Stoffe, Schulröntgeneinrichtungen und Störstrahler
 - Künstliche optische Strahlug und Laser
 - Lärm
 - Regelungen zu Technik/Arbeitslehre, Hauswirtschaft und Kunst

Darüber hinaus soll sicherheits- und verantwortungsbewusstes Handeln als fächer- und schulformübergreifendes Erziehungsziel verstanden werden.

Die Lehrkraft wird hinsichtlich ihrer Vorbildfunktion als lehrende und handelnde Person angesprochen, damit sie sich ihrerseits aufgerufen fühlt, sowohl Verhaltens- als auch Einstellungs- und Bewusstseinsänderung i.S. von Sicherheits- und Umweltbewusstsein pädagogisch umzusetzen.

Zielsetzung der Richtlinien ist es, das Bewusstsein für mögliche Gefahren und deren Ursachen zu schärfen und das natürliche Interesse von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern an sicheren Arbeitsbedingungen durch umfassende Informationen und klare rechtliche Rahmenbedingungen zu unterstützen.

Im Interesse einer einheitlichen Regelung wurde diese Empfehlung mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) abgestimmt.

Der Anhang „Strahlenschutz“ wurde mit dem Fachausschuss Strahlenschutz beim Bundesministerium für Umwelt , Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) abgestimmt.

Mit diesem Beschluss gilt der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 28.03.2003 als aufgehoben.

GELTUNGSBEREICH

Die Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht gilt vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern, in Technik/Arbeitslehre, Hauswirtschaft, Kunst und Musik der allgemein bildenden Schulen und der beruflichen Gymnasien, sowie in den allgemeinbildenden Fächern berufsbildender /beruflicher Schulen. Darüber hinaus gibt es andere Unterrichtsveranstaltungen , in denen Tätigkeiten ausgeübt werden, bei denen diese Richtlinie anzuwenden ist.

Ebenso sind die von den zuständigen Unfallversi cherungsträgern erlassenen Unfallverhütungs - vorschriften und Regeln zu beachten und unter Berücksichtigung der schulischen Verhältnisse anzuwenden (siehe III – 10.4 und III – 10.5) .

Diese Richtlinie gilt nicht für Betriebspraktika und für berufsbezogene F ächer an beruflichen Schulen.

Die Angaben zur Einrichtung der Fach - und Fachnebenräume richten sich an die Schulleiterinnen und Schulleiter, die gegenüber dem Sachkostenträger dafür eintreten, dass die diesbezüglichen Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden.

Die Anforderungen und Hinweise für die Tätigkeit mit Geräten und Gefahrstoffen, die Durchführung von Versuchen usw. richten sich an die unterrichtenden Lehrkräfte . Sie sind verpflichtet, die Sicherheitsbestimmungen einzuhalten und die Hinweise auf Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Geräten und Stoffen (Ratschläge und Hilfen) zu beachten. Maßnahmen zur Ersten Hilfe bei den spezifischen Gefährdungen i m Unterricht sind in Anlage III – 2.2. aufgeführt.

In den vorgenannten Fächern ist neben der Gewährle istung von Sicherheit die Sicherheitserziehung der Schülerinnen und Schüler eine wichtige Aufgabe. Die Lehrkraft hat die fachlichen Voraussetzungen für einen sachgerechten Umgang mit Geräten und Stoffen zu vermitteln und sie bei jeder Gelegenheit zu einem sicherheitsgerechten Verhalten anzuhalten.

GLIEDERUNG

Die Richtlinie ist in drei Teile gegliedert.

Teil I    enthält auf der Grundlage der einschlägigen Rechts - und Verwaltungsvorschriften die für den oben genannten Geltungsbereich verbindlichen Regelungen.

Teil II   enthält Hinweise und Ratschläge , die Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern ein sicherheitsbewusstes und umweltgerechtes Verhalten in der täglichen Schulpraxis erleichtern.

Teil III enthält Anlagen zu den Teilen I und II.

 

3.3. Regelungen der Bundesländer

In den einzelnen Bundesländer bestehen eigene Verwaltungsvorschriften und Hinweise zur Sicherheit im naturwissenschaflichen Unterricht an Schulen. Sie werden von den jeweiligen Kultusministerien bekannt gegeben, in der Regel durch Veröffentlichung im entsprechenden Amtsblatt.

Regelung des Bundeslandes Hessen:

Abschnitt 2 der Verordnung über die Aufsicht über Schülerinnen und Schüler (AufsVO) vom 11. Dezember 2013 Abl. 1/2014, S. 2 ff

2. Abschnitt
Aufsicht in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern und Angeboten
§ 13 Grundsätze
(1) Die Empfehlung der Kultusministerkonferenz vom 9. September 1994 – Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht (RiSU), Teil 1 – ist im Unterricht und in Angeboten der naturwissenschaftlichen und technischen Fächer in ihrer jeweils neuesten im Amtsblatt des Kultusministeriums bekanntgemachten Fassung zu beachten, soweit diese Verordnung und die zu ihrer Ausführung ergangenen Vorschriften keine abweichenden Regelungen enthalten.
(2) Zu Beginn eines jeden Schuljahres sind die sicherheitsrelevanten Vorgaben der naturwissenschaftlichen und technischen Fächer in der jeweiligen Fachkonferenz zu besprechen. Die Erfahrungen des abgelaufenen Schuljahres sind zu einer Verbesserung des Betriebes und der Ordnung in den Fachräumen und der Maßnahmen zum Unfallschutz heranzuziehen. Die Betriebsanweisungen sind erforderlichenfalls anzupassen. Die Ergebnisse sind Personen nach § 15 Abs. 2 bekanntzugeben.
§ 14 Besondere Verhaltens- und Sicherheitsregeln
(1) Schülerinnen und Schüler dürfen die Fachräume nicht ohne Aufsicht der Person betreten, die den Unterricht erteilt oder das naturwissenschaftliche oder technische Angebot durchführt. Die Aufsicht ist dem Grad des Gesundheits- und Sachschadensrisikos und der Einsichtsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler anzupassen. Die Räume sind gegen das unbefugte Betreten zu sichern. Die Lehrkraft darf sich aus dem Fachraum nur in dringenden und unaufschiebbaren Fällen entfernen. Sie muss in diesem Fall die zur Unfallverhütung erforderlichen Maßnahmen treffen. § 7 Abs. 2 Satz 2 und 3 bleibt unberührt.
(2) Der Erziehung der Schülerinnen und Schüler zur Selbstständigkeit ist auch in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern dem Alter und der Entwicklung entsprechend ein hoher Stellenwert einzuräumen. Dies umfasst insbesondere die Durchführung von Schüler- und Demonstrationsversuchen. Die Schülerinnen und Schüler sind zu Beginn des Schuljahres in den zur Unfallverhütung einzuhaltenden Regelungen zu unterweisen.
(3) Im Unterricht und in Angeboten der naturwissenschaftlichen und technischen Fächer muss dafür Sorge getragen werden, dass Fluchtwege ohne fremde Hilfe zu öffnen sind und dass Hilfe von außen jederzeit möglich ist. Auf den Fluchtwegen dürfen keine Gegenstände abgelegt oder abgestellt werden.
§ 15 Qualifikation der Aufsichtspersonen
(1) Für den Unterricht in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern dürfen nur fachkundige Lehrkräfte eingesetzt werden. Als fachkundig gelten Lehrkräfte, die in dem entsprechenden Fach die erste Staatsprüfung für ein Lehramt abgelegt haben oder die erforderliche Qualifikation durch eine Erweiterungs- oder Zusatzprüfung in dem entsprechenden Fach nachweisen können. Als fachkundig gelten auch Personen, die, ohne die erste Staatsprüfung für ein Lehramt in dem entsprechenden Fach abgelegt zu haben, eine diesem Lehramt gleichgestellte
Qualifikation nach § 3 Abs. 4 des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes in der Fassung vom 28. September 2011 (GVBl. I S. 590), zuletzt geändert durch Gesetz vom 27. Juni 2013 (GVBl. S. 450), in der jeweils geltenden Fassung und §§ 61 bis 73 der Verordnung zur Durchführung des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes vom 28.
September 2011 (GVBl. I S. 615), zuletzt geändert durch Verordnung vom 7. Februar 2013 (GVBl. S. 91), in der jeweils geltenden Fassung erworben haben. In Ausnahmefällen kann die Schulleiterin oder der Schulleiter nach § 17 Abs. 3 der Dienstordnung für Lehrkräfte, Schulleiterinnen und Schulleiter und sozialpädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom 4. November 2011 (ABl. S. 870) in der jeweils geltenden Fassung Lehrkräfte im naturwissenschaftlichen oder technischen Unterricht fachfremd einsetzen.
(2) Abweichend von Abs. 1 Satz 3 dürfen naturwissenschaftliche und technische Angebote, insbesondere im Rahmen der Nachmittagsbetreuung, auch von Personen bereitgehalten werden, die nicht nach § 3 Abs. 4 des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes und §§ 61 bis 73 der Verordnung zur Durchführung des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes qualifiziert wurden, wenn sie aufgrund eines Hochschulabschlusses oder eines vergleichbaren Abschlusses und mehrjähriger Berufserfahrung eine ausreichende Qualifikation für das entsprechende Fach nachweisen können.

 

* Auszüge aus den Originaltexten sind kursiv gesetzt.

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©   Dieter Sgoff   

 

geändert am 03. Februar 2014  E-Mail: Webmaster (Didaktik)schueler@chemie.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 03. Februar 2014, 09:37
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb14/chemie/didachem/sicherheit/Umgang.html